Labor Alltagskultur

Standort:Kolonieweg 48, 1120 Wien, Österreich
Phone:0650/5109278 / fuchs@kinoki.at

Upcoming events

  • 11.07.2020 16:00 - 11.07.2020 18:00

    Im Garten des Labor Alltagskultur, 1120, Kolonieweg 48
    Ein politisch-literarischer Nachmittag für Ronald M. Schernikau // Ulli Fuchs & Barbara Eder
    Labor Alltagskultur, Samstag, 11.Juli 2020
    Mit Grußworten der Berliner Surf-Poeten

     

    Der 1986 von Hannover nach Leipzig emigrierte und 1991 an den Spätfolgen einer HIV-Infektion verstorbene Schriftsteller Ronald M. Schernikau wäre am 11. Juli dieses Jahres 60 Jahre alt geworden. In seinen Texten verbindet er ansonsten oft diametrale Positionen: Geschlechterfragen denkt er konsequent von einer marxistischen Position aus – so auch in seiner "Kleinstadtnovelle" –, in vielen seiner Kurztexte wendet er sich vehement gegen antikommunistische Tendenzen der aufkommenden Schwulenbewegung in Westberlin und in „So Schön. Ein utopischer Film“ geht er unter Rückgriff auf die literarische Technik des Cut-up der Frage nach, ob man mehr als einen Menschen lieben kann.

    RONALD M. SCHERNIKAU wurde 1960 in Magdeburg (DDR) geboren und wuchs in Hannover auf. 1980 erfolgte der Umzug nach Westberlin, wo er Germanistik, Philosophie und Psychologie studierte. 1986 nahm er ein Studium am »Institut für Literatur Johannes R. Becher« in Leipzig auf, 1989 erhielt er – auch infolge der Befürwortung durch Peter Hacks – die Staatsbürgerschaft der DDR.
    Von Ronald M. Schernikau sind u. a. folgende Texte veröffentlicht:
    »Kleinstadtnovelle« (1980), »die tage in l.« (1989), »dann hätten wir noch eine chance« (1992), »legende« (1999) und zuletzt »Irene Binz. Befragung« (2010) sowie »Königin im Dreck: Texte zur Zeit« (2009).

    BARBARA EDER, geb. 1981 in Wien, Wissensarbeiterin und Autorin. Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Soziologie), Philosophie, Gender Studies und Informatik in Wien, Berlin und Frankfurt/M., derzeit
    Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt sowie der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Sie war Lektorin in Ungarn und Armenien und promovierte 2014 mit einer Arbeit zu Migrationsdarstellungen in Graphic Novels, die in diesem Jahr erscheint. Sie schreibt u. a. für Tagebuch.at, MISSY MAGAZINE, AUGUSTIN und Wespennest, derzeit Arbeit an der Erzählung „Serverzeit“, die zum diesjährigen 22. Irseer Pegasus eingeladen war.

    Publikationen: Theorien des Comics. Ein Reader (mit E. Klar u. R. Reichert, transcript 2011), Die Linke und der Sex (mit F. Wemheuer, Promedia 2011), der Erzählband Die Morsezeichen der Zikaden (Drava 2016) sowie AlieNation. Migration in Graphic Novels (Ch. A. Bachmann 2020).
    https://www.facebook.com/events/537231940488682/

  • 31.07.2020 17:00 - 31.07.2020 20:00

    Die Pastasciutta antifascista ist in Italien Tradition. Sie geht zurück auf die spontanen Feiern nach dem Sturz von Benito Mussolini im Juli 1943, als die Familie Cervi am Dorfplatz ihrer Heimatgemeinde Gattatico alle zu einer Pastasciutta einlud.
    Seit vielen Jahren feiern am 25. Juli Linke in Gedenken an diesen Akt der Solidarität und des gelebten Antifaschismus in vielen italienischen Städten und Dörfern. Derzeit tobt in Italien eine heftige Polemik rund um diese Gedenkfeiern der besonderen Art, weil mehrere rechte Bürgermeister das Abhalten dieses Festes zu verhindern versuchen. Ihr Argument lautet, Antifaschismus würde die Gesellschaft "spalten".
    Trotzdem werden auch heuer am 25. Juli unzählige Menschen an diesen Festen teilnehmen. Wir wollen, auch als Zeichen der Solidarität mit den GenossInnen in Italien, auch in Wien eine Pastasciutta antifascista veranstalten.
    https://www.facebook.com/events/2764949056942726/

    Gernot Trausmuth liest aus: Adelmo Cervi "Meine 7 Väter"

    Ein Sohn, der selber in die Jahre gekommen ist, begibt sich auf die Spurensuche nach seinem Vater und dessen sechs Brüdern. Ihr Schicksal zählt zu den großen Kapiteln der italienischen Resistenza, des Widerstands gegen den Faschismus und die Besatzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht zwischen 1943 und 1945. Mit ihrer Hinrichtung wurden diese Männer zu Symbolfiguren des Antifaschismus. Doch der Sohn, der seinen Vater nie bewusst kennengelernt hat, will die Geschichte abseits dieses Mythos erzählen und erweckt so das posthum errichtete Denkmal zu neuem Leben. Dabei gibt er einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag, das Denken und Handeln dieser bäuerlichen Familie zwischen Kirche und Kommunismus.